Feldsalat ist klein, unscheinbar und steckt gleichzeitig voller Nährstoffe, die viele teurere Superfoods nicht bieten. Gerade im Winter, wenn das Gemüseangebot überschaubar wird, ist er oft das Beste, was du im Supermarkt findest. Ob er wirklich so gesund ist wie sein Ruf verspricht – und was du bei Zubereitung und Auswahl beachten solltest – erfährst du hier.
- Feldsalat enthält mehr Eisen als die meisten anderen Blattsalate und ist damit eine gute pflanzliche Eisenquelle.
- Er liefert Vitamin C, Folsäure, Vitamin B6 und Omega-3-Fettsäuren in Form von Linolensäure.
- Mit etwa 14 kcal pro 100 g ist er extrem kalorienarm und gut für eine gesunde Ernährung geeignet.
- Feldsalat muss gründlich gewaschen werden, da sich Sand und Erde in den Blättern sammeln.
- Im Vergleich zu Rucola und Babyspinat punktet er mit milderem Geschmack und besonders hohem Beta-Carotin-Gehalt.
Was steckt im Feldsalat?
Feldsalat (botanisch Valerianella locusta) gehört zur Familie der Baldriangewächse und wächst in Europa von Natur aus wild. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Blattsalat aussieht, ist ernährungsphysiologisch gesehen deutlich interessanter als Eisberg oder Kopfsalat.
Der Grund liegt in seiner Nährstoffdichte. Feldsalat liefert auf 100 g eine beeindruckende Menge an Mikronährstoffen, obwohl er zu rund 93 Prozent aus Wasser besteht. Besonders auffällig ist der Eisengehalt: Mit etwa 2 mg pro 100 g übertrifft er viele andere Salatpflanzen deutlich.
Dazu kommt ein für Salatblätter ungewöhnlich hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren, konkret an Alpha-Linolensäure (ALA). Diese essentielle Fettsäure kann der Körper nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen. Feldsalat ist damit eine der wenigen grünen Blattgemüse, die nennenswerte Mengen davon enthalten.
Nährwerte von Feldsalat auf einen Blick
Hier ein Überblick über die wichtigsten Nährwerte von rohem Feldsalat pro 100 g:
- Kalorien: ca. 14 kcal
- Eiweiß: ca. 2 g
- Fett: ca. 0,4 g (davon Omega-3-Fettsäuren: ca. 0,15 g)
- Kohlenhydrate: ca. 0,7 g
- Ballaststoffe: ca. 1,5 g
- Vitamin C: ca. 35 mg (rund 44 % des Tagesbedarfs)
- Folsäure: ca. 60 µg (rund 30 % des Tagesbedarfs)
- Vitamin B6: ca. 0,25 mg
- Beta-Carotin: ca. 3,5 mg
- Eisen: ca. 2 mg (rund 14 % des Tagesbedarfs)
- Kalium: ca. 459 mg
Diese Werte sind beachtlich für ein Lebensmittel, das fast keine Kalorien hat. Wenn du Feldsalat regelmäßig isst, kannst du damit deinen Bedarf an mehreren Mikronährstoffen merklich decken, ohne die Kalorienbilanz zu belasten.
Ist Feldsalat gesund? Die wichtigsten Vorteile
Kurze Antwort: Ja, eindeutig. Aber warum genau?
Vitamin C und Immunsystem: Feldsalat enthält pro 100 g fast so viel Vitamin C wie eine kleine Mandarine. Vitamin C unterstützt das Immunsystem, fördert die Kollagenbildung in Haut und Bindegewebe und verbessert gleichzeitig die Aufnahme von pflanzlichem Eisen im Darm. Das ist kein Zufall, sondern ein natürliches Zusammenspiel, das du gezielt nutzen kannst.
Folsäure für Zellteilung und Schwangerschaft: Folsäure ist vor allem in der Schwangerschaft entscheidend, aber auch für Menschen jeden Alters wichtig. Sie ist am Aufbau von DNA und RNA beteiligt und fördert die Bildung roter Blutkörperchen. Da viele Menschen in Deutschland zu wenig Folsäure aufnehmen, ist Feldsalat eine einfache Möglichkeit, die Versorgung zu verbessern.
Eisen für Energie und Sauerstofftransport: Pflanzliches Eisen (sogenanntes Nicht-Häm-Eisen) wird vom Körper weniger gut aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Du kannst die Aufnahme aber deutlich steigern, indem du Feldsalat zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln isst, also zum Beispiel mit einem Spritzer Zitronensaft oder Paprikawürfeln im Dressing. Für Menschen, die kein Fleisch essen, ist Feldsalat damit eine wertvolle Ergänzung auf dem Teller.
Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen: Die in Feldsalat enthaltene Alpha-Linolensäure kann im Körper zu den entzündungshemmenden EPA und DHA umgewandelt werden, wenn auch in begrenztem Maß. Trotzdem ist es gut, pflanzliche Omega-3-Quellen wie Feldsalat, Leinsamen oder Walnüsse regelmäßig zu konsumieren.
Beta-Carotin für Haut und Augen: Der hohe Beta-Carotin-Gehalt ist einer der Gründe, warum Feldsalat tatsächlich zu den nährstoffreichsten Blattsalaten zählt. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, das für gesunde Haut, gute Sehkraft und ein funktionierendes Immunsystem wichtig ist.
Kalorienarm und sättigend durch Ballaststoffe: Feldsalat ist ideal für alle, die auf ihr Gewicht achten. Die Ballaststoffe fördern zudem eine gesunde Verdauung und helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
Wenn du mehr über andere eisenreiche Hülsenfrüchte erfahren möchtest, lohnt sich auch ein Blick auf den Artikel über welche Linsen am gesündesten sind. Und wer wissen will, welche Kräuter ebenfalls überraschend viele Nährstoffe liefern, findet beim Thema ob Petersilie gesund ist viele interessante Infos.
Feldsalat vs. Rucola vs. Babyspinat
Alle drei Salate gelten als gesund – aber sie unterscheiden sich in Geschmack, Nährstoffprofil und Einsatzbereich deutlich.
- Feldsalat: Mild, leicht nussig, zart. Hoch in Beta-Carotin, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren. Besonders geeignet für Menschen, die einen sanften Salat bevorzugen. Saisonal am besten im Herbst und Winter.
- Rucola: Scharf, bitter, intensiv. Punktet mit hohem Calcium- und Vitamin-K-Gehalt, hat aber weniger Omega-3 und Beta-Carotin als Feldsalat. Besser kombinierbar mit kräftigen Zutaten wie Parmesan und Balsamico.
- Babyspinat: Milder als normaler Spinat, aber nährstoffreicher als Feldsalat bei Magnesium, Vitamin K und Eiweiß. Enthält Oxalsäure, die in größeren Mengen die Eisenaufnahme hemmen kann. Für Menschen mit Nierensteinen sollte der Konsum moderat sein.
Fazit dieser Gegenüberstellung: Alle drei Salate haben ihre Stärken. Wer einen milden, nährstoffreichen Winter-Salat sucht, macht mit Feldsalat nichts falsch. Für maximale Nährstoffvielfalt lohnt es sich, alle drei regelmäßig zu kombinieren.
Feldsalat richtig zubereiten und waschen
Das größte Problem bei Feldsalat ist Sand. Da er bodennah wächst, sammeln sich zwischen den Blättchen oft Erde und Sandkörner, die beim Essen unangenehm auffallen. Das richtige Waschen ist deshalb entscheidend.
So geht es richtig:
- Den Feldsalat erst kurz vor der Zubereitung waschen, damit er nicht weich wird.
- In einer großen Schüssel mit kaltem Wasser einlegen und sanft schwenken. Der Sand sinkt zu Boden.
- Wasser abgießen und den Vorgang zwei bis drei Mal wiederholen.
- Anschließend in einer Salatschleuder trocknen oder vorsichtig mit einem sauberen Küchentuch abtupfen.
- Die kleinen Wurzelansätze können mitgegessen werden, sind aber etwas fester. Wer es lieber zart mag, schneidet sie kurz ab.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Frische. Frischer Feldsalat hat straffe, tiefgrüne Blättchen ohne gelbe oder schlaffe Stellen. Kaufst du ihn vorgewaschen im Beutel, prüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum und verwende ihn möglichst bald nach dem Öffnen.
Lagerung: Ungewaschener Feldsalat hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks zwei bis vier Tage. Gewaschener Salat verliert deutlich schneller an Qualität und sollte am selben Tag gegessen werden.
Warum Feldsalat im Winter? Feldsalat ist eine klassische Wintersalat-Pflanze, die Frost verträgt. Er wächst zwischen Oktober und März, hat in dieser Zeit seine beste Qualität und ist günstiger als importiertes Sommergemüse. Im eigenen Garten oder auf dem Balkon lässt er sich sogar bei Temperaturen unter null Grad anbauen.
Die besten Kombinationen und Dressings
Feldsalat hat einen milden, leicht nussigen Eigengeschmack, der sich gut mit vielen Zutaten verträgt. Am besten entfaltet er sich mit Dressings, die ihn nicht überdecken.
Klassisches Senfdressing: Olivenöl, Apfelessig, etwas Dijon-Senf, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker. Dieses Dressing passt fast immer und lässt den Salat im Mittelpunkt. Wichtig: Nussbutterbewegungen werden durch gute Qualitäts-Olivenöl noch verstärkt.
Walnuss-Dressing: Walnussöl statt Olivenöl, mit etwas weißem Balsamico-Essig. Walnüsse als Topping dazu – so entsteht ein klassischer Feldsalat mit Walnüssen, der nochmals mehr Omega-3-Fettsäuren liefert.
Zitronendressing: Frischer Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch, Kräuter. Die Vitamin-C-Zufuhr aus dem Zitronensaft verbessert gleichzeitig die Eisenaufnahme aus dem Feldsalat.
Tolle Kombinations-Zutaten:
- Geröstete Pinienkerne oder Kürbiskerne
- Ziegenkäse oder Feta (salzig und cremig)
- Rote Bete (süßlich und farblich ein Hingucker)
- Birnen oder Äpfel (fruchtig und knackig)
- Speckwürfel angebraten (klassische Kombination)
- Granatapfelkerne für Optik und Antioxidantien
Ganz konkret bedeutet das: Ein Feldsalat mit Ziegenkäse, Walnüssen und Birne ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch ernährungsphysiologisch eine starke Kombination aus guten Fetten, Proteinen und Mikronährstoffen.

Fazit: Ist Feldsalat gesund?
Ja, Feldsalat ist gesund – und zwar überzeugend. Er liefert mehr Eisen, mehr Beta-Carotin und mehr Omega-3-Fettsäuren als die meisten anderen Blattsalate, bei gleichzeitig sehr niedrigem Kaloriengehalt. Vitamin C, Folsäure und Vitamin B6 kommen noch dazu.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Exoten wie Grünkohl oder Spirulina: Feldsalat ist günstig, saisonal, lokal und von Oktober bis März ohne Aufwand verfügbar. Du brauchst kein Superfood-Regal im Bioladen, um gut für deine Nährstoffversorgung zu sorgen.
Achte beim Waschen auf gründliches Spülen, kombiniere ihn mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln für eine bessere Eisenaufnahme, und wähle ein einfaches Dressing auf Ölbasis. Dann ist Feldsalat eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten, deinen Alltag nährstoffreicher zu machen.
FAQ
Ist Feldsalat gut für die Eisenversorgung?
Feldsalat enthält mit ca. 2 mg Eisen pro 100 g deutlich mehr als die meisten Salatpflanzen. Das pflanzliche Eisen wird zwar weniger gut aufgenommen als Eisen aus Fleisch, aber du kannst die Aufnahme deutlich verbessern, indem du Feldsalat zusammen mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln isst. Ein Spritzer Zitronensaft oder ein paar Paprikastücke im Dressing reichen dafür schon aus.
Kann ich Feldsalat täglich essen?
Ja, problemlos. Feldsalat enthält keine Substanzen, die in üblichen Mengen schädlich sind. Im Gegensatz zu Spinat oder Mangold hat er einen sehr geringen Oxalsäuregehalt. Wer täglich eine Handvoll davon isst, profitiert von den Nährstoffen, ohne irgendwelche Nachteile fürchten zu müssen.
Welche Omega-3-Fettsäuren stecken im Feldsalat?
Feldsalat enthält Alpha-Linolensäure (ALA), die pflanzliche Form der Omega-3-Fettsäuren. Der Körper kann diese in begrenztem Maß zu EPA und DHA umwandeln, den Fettsäuren, die vor allem in Fisch vorkommen. Feldsalat ersetzt keinen Fischkonsum, liefert aber dennoch eine nennenswerte pflanzliche Omega-3-Quelle.
Wie lange ist Feldsalat haltbar?
Ungewaschener Feldsalat hält sich im Kühlschrank, im Gemüsefach, zwei bis vier Tage. Vorgewaschener Salat aus dem Beutel sollte nach dem Öffnen innerhalb von ein bis zwei Tagen gegessen werden. Frischer Feldsalat verliert nach dem Waschen schnell an Knackigkeit, weshalb du ihn erst direkt vor dem Verzehr waschen solltest.
Was ist der Unterschied zwischen Feldsalat und Vogerlsalat?
Gar keiner. Feldsalat heißt je nach Region unterschiedlich: In Bayern und Österreich sagt man Vogerlsalat oder Rapunzel, in anderen Teilen Deutschlands auch Nüsslisalat oder Mäuseöhrchen. Es ist überall dieselbe Pflanze mit denselben Nährstoffen.
