Ein hartnäckiger Husten raubt einem den Schlaf und die Nerven. Bevor du zur Apotheke gehst, lohnt sich oft ein Blick in die Hausapotheke und in die Küche. Viele bewährte Hausmittel können einen Erkältungshusten sanft lindern, den Hustenreiz beruhigen und festsitzenden Schleim lösen. Wir zeigen dir, was wirklich hilft, worauf du achten solltest und wann ein Husten in ärztliche Hände gehört.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei Erkältungshusten helfen vor allem viel trinken, warme Tees, Honig, Inhalieren und Ruhe.
- Bei trockenem Reizhusten beruhigen reizlindernde Mittel wie Honig und Spitzwegerich, bei festsitzendem Husten lösen Trinken, Thymian und Inhalieren den Schleim.
- Honig gilt als eines der am besten untersuchten Hausmittel, ist aber für Kinder unter einem Jahr tabu.
- Hausmittel ersetzen keine Behandlung. Bei Fieber, Atemnot, Blut im Auswurf oder Husten über drei Wochen gehört der Husten zum Arzt.
- Am wichtigsten sind ausreichend Flüssigkeit, feuchte Raumluft und genug Schlaf, damit der Körper sich erholen kann.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden sowie bei Kindern und chronisch Kranken solltest du ärztlichen Rat einholen.
Husten ist eigentlich nichts Schlechtes, sondern ein sinnvoller Schutzreflex, mit dem der Körper die Atemwege frei hält. Trotzdem darf man ihm das Leben schwer machen. Die folgenden Hausmittel zielen darauf ab, den Reiz zu beruhigen oder den Schleim zu lösen.
Die besten Hausmittel gegen Husten
Viel trinken und warme Getränke
Ausreichend zu trinken hält die Schleimhäute feucht und kann helfen, festsitzenden Schleim zu verflüssigen. Warme Tees wie Kamille, Thymian oder Spitzwegerich wirken zusätzlich wohltuend. Wenn nichts dagegen spricht, trink über den Tag verteilt regelmäßig kleine Mengen.
Honig, der bewährte Klassiker
Honig zählt zu den am besten untersuchten Hausmitteln bei Husten. Ein Teelöffel pur oder in lauwarmem Tee kann vor allem nächtlichen Reizhusten lindern. Wichtig ist, den Honig nicht in kochend heißes Wasser zu rühren, weil Hitze die Inhaltsstoffe beeinträchtigt.
Achtung bei Babys: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen. Er kann Sporen enthalten, die bei Säuglingen den seltenen, aber gefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen.
Zwiebelsaft selbst gemacht
Ein traditionelles Hausmittel ist selbst gemachter Zwiebelsaft. Dazu schneidest du eine Zwiebel klein, gibst etwas Honig oder Zucker dazu und lässt das Ganze einige Stunden zugedeckt ziehen. Den entstehenden Saft nimmst du löffelweise ein. Die schwefelhaltigen Verbindungen der Zwiebel gelten als reizlindernd.

Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels
Ingwer
Ingwer wirkt wärmend und wird traditionell bei Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Übergieß ein paar Scheiben frischen Ingwer mit heißem Wasser, lass den Aufguss einige Minuten ziehen und trink ihn nach Geschmack mit etwas Honig und Zitrone.
Thymian- und Spitzwegerich-Tee
Thymian und Spitzwegerich sind klassische Hustenkräuter. Thymian gilt als schleimlösend und krampflösend, Spitzwegerich als reizlindernd für gereizte Schleimhäute. Als Tee kannst du beide mehrmals täglich trinken, gern abwechselnd.
Inhalieren mit Wasserdampf
Das Einatmen von warmem Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und kann den Hustenreiz beruhigen. Ein einfacher Aufguss mit Kochsalz oder Kamille genügt. Achte auf die Verbrühungsgefahr und halte genug Abstand. Bei kleinen Kindern solltest du auf ätherische Öle verzichten, da sie die Atemwege reizen können.
Warmer Brustwickel
Ein lauwarmer Brustwickel, etwa mit gekochten Kartoffeln oder Quark, wird von vielen als angenehm empfunden und kann die Durchblutung anregen. Wichtig ist, dass der Wickel angenehm warm und nicht zu heiß ist, um die Haut nicht zu reizen.
Feuchte Luft und ausreichend Ruhe
Trockene Heizungsluft reizt die Atemwege zusätzlich. Lüfte regelmäßig und sorg für etwas mehr Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel mit feuchten Tüchern auf der Heizung. Mindestens genauso wichtig sind Schlaf und Schonung, denn der Körper braucht Kraft, um die Erkältung zu überstehen.
Reizhusten oder festsitzender Husten: Was passt wann?
Nicht jedes Hausmittel passt zu jedem Husten. Grob unterscheidet man den trockenen Reizhusten und den festsitzenden Husten mit Schleim. Diese Übersicht hilft dir bei der Auswahl.
| Trockener Reizhusten | Festsitzender Husten | |
|---|---|---|
| Typisch | Kitzeln im Hals, kein oder kaum Schleim, oft nachts | Schleim, der abgehustet wird, rasselndes Gefühl |
| Ziel | den Reiz beruhigen | den Schleim lösen und abhusten |
| Passende Hausmittel | Honig, Spitzwegerich, ruhige feuchte Luft, Tee | viel trinken, Thymian, Inhalieren, Bewegung an frischer Luft |
Häufige Fehler bei der Behandlung von Husten
- Zu wenig trinken: Ohne genug Flüssigkeit bleibt der Schleim zäh und lässt sich schlechter lösen.
- Hustenstiller und Schleimlöser gleichzeitig: Das kann sich widersprechen. Lass dich im Zweifel in der Apotheke beraten.
- Trockene, überheizte Räume: Sie reizen die Atemwege und verstärken den Hustenreiz.
- Weiterrauchen: Rauch reizt die ohnehin gereizten Bronchien zusätzlich.
- Zu früh wieder voll belasten: Wer sich nicht schont, verlängert die Erkältung oft unnötig.
- Honig bei Säuglingen: Für Kinder unter einem Jahr ist Honig gefährlich und tabu.
Wann du mit Husten zum Arzt solltest
Die meisten Erkältungshusten klingen innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst ab. In manchen Fällen steckt aber mehr dahinter. Hol ärztlichen Rat ein, wenn einer dieser Punkte zutrifft.
- Der Husten hält länger als etwa drei Wochen an oder wird immer schlimmer.
- Du hast hohes oder anhaltendes Fieber, Atemnot oder Schmerzen beim Atmen.
- Der Auswurf ist blutig oder auffällig gefärbt.
- Betroffen sind Babys, Kleinkinder, Schwangere oder Menschen mit chronischen Erkrankungen.
- Bei Kindern tritt ein bellender Husten mit pfeifender Atmung auf, der auf einen Pseudokrupp hindeuten kann.
Mehr verlässliche Informationen zu den Ursachen und zur Behandlung findest du beim offiziellen Gesundheitsportal gesund.bund.de. Wenn dein Husten mit Heiserkeit einhergeht, helfen dir auch unsere Tipps zu Heiserkeit und ihren Hausmitteln weiter.
Fazit
Gegen Husten ist oft ein ganzes Bündel einfacher Hausmittel gewachsen. Viel trinken, warme Tees, Honig, Inhalieren und vor allem Ruhe können einen Erkältungshusten spürbar erträglicher machen. Wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und unterscheidest, ob du den Reiz beruhigen oder den Schleim lösen willst. Und wenn der Husten nicht weichen will oder dich Fieber und Atemnot plagen, ist der Gang zum Arzt keine Schwäche, sondern die richtige Entscheidung.
Häufige Fragen zu Hausmitteln gegen Husten
Was hilft schnell gegen Husten?
Kurzfristig tun warme Getränke, ein Teelöffel Honig und Ruhe gut. Bei nächtlichem Reizhusten kann Honig vor dem Schlafengehen helfen, den Reiz zu beruhigen. Wichtig ist außerdem, ausreichend zu trinken und für feuchte Raumluft zu sorgen.
Welcher Tee hilft bei Husten?
Bewährt sind Thymian und Spitzwegerich, da Thymian als schleimlösend und Spitzwegerich als reizlindernd gilt. Auch Ingwer- und Kamillentee werden bei Erkältungshusten gern getrunken. Trink den Tee lauwarm und nach Geschmack mit etwas Honig.
Hilft Honig wirklich gegen Husten?
Honig gehört zu den am besten untersuchten Hausmitteln und kann vor allem nächtlichen Reizhusten lindern. Rühr ihn in lauwarmen, nicht kochenden Tee oder nimm ihn pur. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig allerdings nicht geeignet.
Was hilft gegen nächtlichen Reizhusten?
Hilfreich sind ein Löffel Honig vor dem Schlafengehen, eine etwas höhere Kopflage, feuchte Raumluft und ausreichend Flüssigkeit über den Tag. So wird der nächtliche Hustenreiz häufig erträglicher.
Wann sollte man mit Husten zum Arzt?
Spätestens, wenn der Husten länger als etwa drei Wochen anhält, mit hohem Fieber, Atemnot oder blutigem Auswurf einhergeht oder Babys, Schwangere und chronisch Kranke betrifft, gehört er in ärztliche Hände.
