Kapern tauchen in vielen Rezepten auf: auf der Pizza, im Salat, zur Pasta oder im Lachsaufstrich. Doch was steckt wirklich in diesen kleinen grünen Kügelchen? Und lohnt es sich, sie bewusst in den Speiseplan einzubauen? Die kurze Antwort: Ja, Kapern haben es ernährungsphysiologisch durchaus in sich, auch wenn du davon nie große Mengen isst.
- Kapern sind extrem kalorienarm (ca. 23 kcal pro 100 g) und liefern trotzdem wertvolle Antioxidantien wie Quercetin und Rutin.
- Sie enthalten Vitamin K, das für die Blutgerinnung und Knochengesundheit wichtig ist.
- Das Hauptproblem ist der hohe Natriumgehalt durch die Salzlake. Einfaches Abspülen oder kurzes Wässern reicht aus, um das zu reduzieren.
- Kapernnüsschen sind reifer und größer als Kapern, schmecken milder und werden oft als Garnitur verwendet.
- In der mediterranen Küche sind Kapern ein alltagstaugliches Superfood, das du mit gutem Gewissen einsetzen kannst.
Was sind Kapern eigentlich?
Kapern sind die noch nicht geöffneten Blütenknospen des Kapernstrauchs (Capparis spinosa), einer Pflanze, die rund ums Mittelmeer wächst. Sie werden von Hand gepflückt, weil die Knospen innerhalb weniger Stunden aufblühen und dann nicht mehr als Kapern taugen. Dieser Aufwand erklärt auch, warum Kapern verglichen mit ihrem geringen Eigengewicht nicht gerade günstig sind.
Nach der Ernte werden die Knospen in Salzlake, Öl oder Meersalz eingelegt und fermentieren dabei leicht. Dieser Prozess ist entscheidend für den typischen Geschmack: herzhaft, leicht sauer, mit einer pikanten Note, die sich schwer genau beschreiben lässt. Frische Kapern schmecken kaum nach etwas, der Großteil des Aromas entsteht erst beim Einlegen.
In der mediterranen Küche haben Kapern eine jahrtausendealte Geschichte. Schon die alten Griechen und Römer schätzten sie als Würzmittel und Heilmittel. Wer sich für andere mediterrane Zutaten und ihre gesundheitlichen Vorteile interessiert, findet in unserem Artikel über Petersilie und ihre Inhaltsstoffe ähnlich überraschende Fakten.
Nährwerte von Kapern auf einen Blick
Pro 100 Gramm eingelegte Kapern (abgetropft) liefern durchschnittlich folgende Nährwerte:
- Kalorien: ca. 23 kcal
- Kohlenhydrate: ca. 5 g (davon Zucker: ca. 0,4 g)
- Eiweiß: ca. 2 g
- Fett: ca. 0,4 g
- Ballaststoffe: ca. 3 g
- Natrium: ca. 1.700 mg (!) – je nach Einlegemethode stark variierend
- Vitamin K: ca. 25 µg (ca. 33 % des Tagesbedarfs)
- Vitamin C: ca. 4 mg
- Kalzium, Magnesium, Eisen: in kleineren Mengen vorhanden
Was auf den ersten Blick auffällt: Die Kalorienzahl ist minimal, der Natriumgehalt dagegen beachtlich. Für die meisten Gerichte verwendest du aber nur einen Esslöffel (etwa 10 Gramm), was die Natriumaufnahme entsprechend relativiert. Dennoch gilt das als Punkt, den du im Blick behalten solltest, gerade wenn du auf eine natriumarme Ernährung achtest.
Sind Kapern gesund? Die wichtigsten Vorteile
Bezogen auf ihre winzige Portionsgröße haben Kapern eine bemerkenswert hohe Nährstoffdichte. Das liegt vor allem an zwei Pflanzenstoffen, die in konzentrierter Form vorkommen.
Quercetin: Kapern zählen zu den quercetinreichsten Lebensmitteln überhaupt. Quercetin ist ein Flavonoid mit antioxidativer Wirkung, das freie Radikale neutralisiert und damit Zellen vor oxidativem Stress schützt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Quercetin entzündungshemmende Eigenschaften hat und das Immunsystem unterstützen kann. Die Konzentrationen in Kapern liegen dabei deutlich über dem, was du in Zwiebeln oder Äpfeln findest.
Rutin: Rutin ist ein weiteres Flavonoid, das besonders für die Gefäßgesundheit interessant ist. Es soll die Kapillaren stärken und die Durchblutung fördern. In der Volksmedizin wird Rutin seit Langem eingesetzt, die Studienlage ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Kapern gehören dennoch zu den wenigen alltagstauglichen Quellen für diesen Stoff.
Vitamin K: Schon eine kleine Portion Kapern liefert einen nennenswerten Beitrag zu deinem Vitamin-K-Bedarf. Vitamin K spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung und ist außerdem an der Regulierung des Kalziumstoffwechsels beteiligt, was die Knochengesundheit unterstützt. Falls du Blutverdünner wie Marcumar einnimmst, solltest du deinen Arzt auf eine erhöhte Zufuhr Vitamin-K-reicher Lebensmittel hinweisen.
Kalorienarm und ballaststoffreich: Kapern haben so gut wie keinen Einfluss auf deine Kalorienbilanz, geben aber Gerichten viel Geschmack. Die enthaltenen Ballaststoffe unterstützen zusätzlich die Verdauung. Wer sich für weitere kalorienarme, nährstoffreiche Lebensmittel interessiert, findet im Artikel über Papaya und ihre Gesundheitswirkungen weitere Beispiele aus der Natur.
Der Salzgehalt: Worauf du achten solltest
Der einzige echte Kritikpunkt an Kapern ist ihr Natriumgehalt. In der Salzlake können pro 100 Gramm bis zu 2.000 mg Natrium stecken, in trocken eingelegten Kapern sogar noch mehr. Das ist für viele Menschen mit Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen relevant.
Die gute Nachricht: Mit einem einfachen Schritt kannst du den Salzgehalt erheblich reduzieren.
- Abspülen: Gib die Kapern in ein feines Sieb und spüle sie unter kaltem Wasser ab. Das entfernt einen Großteil der Salzlake von der Oberfläche und ist ausreichend für die meisten Gerichte.
- Wässern: Für empfindliche Personen oder wenn du sehr salzarme Gerichte zubereitest, lege die Kapern für 10 bis 15 Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser. So löst sich noch mehr Salz heraus.
- Dosiert einsetzen: In den meisten Rezepten werden ohnehin nur ein bis zwei Esslöffel verwendet. Die tatsächlich aufgenommene Salzmenge pro Portion ist dann deutlich geringer, als die 100-Gramm-Werte vermuten lassen.
Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation weniger als 5 Gramm Salz täglich. Wenn Kapern nicht dein einziges Natriumlieferant des Tages sind, passen sie problemlos in einen gesunden Speiseplan.
Kapern richtig verwenden und zubereiten
Kapern entfalten ihr volles Aroma, wenn du sie gezielt einsetzt. Sie sind kein subtiles Gewürz, sondern ein Geschmacksträger mit Charakter.
Klassische Verwendung in der mediterranen Küche: Zu Lachstatar, auf Pizza Napoli, in Pasta-Soßen wie Puttanesca, auf Lachs, zu Meeresfrüchten oder als Teil von Tapas. Die Kombination aus Säure, Salz und einem leicht bitteren Unterton ergänzt fettige oder cremige Zutaten besonders gut.
Kalt vs. erhitzt: Im Rohzustand behalten Kapern ihre volle Schärfe und ihren kräftigen Eigengeschmack. Beim Kochen werden sie milder. In Soßen, die du kurz mitköcheln lässt, entwickeln Kapern eine sanftere, tiefere Note. Als Topping auf einem fertigen Gericht hingegen setzen sie bewusste Akzente.
Tipp fürs Anbraten: Kapern in heißem Öl kurz anbraten, bis sie leicht knusprig werden. Sie verlieren dadurch etwas Feuchtigkeit, entwickeln aber eine nussige Note, die perfekt zu Pasta oder gegrilltem Fisch passt. Diese Methode wird in der sizilianischen Küche häufig genutzt.
Aufbewahrung: Nach dem Öffnen im Kühlschrank lagern und darauf achten, dass die Kapern immer von Flüssigkeit bedeckt sind. So halten sie mehrere Monate.
Kapern vs. Kapernnüsschen: Was ist der Unterschied?
Viele verwechseln Kapern und Kapernnüsschen, weil beide vom gleichen Strauch stammen. Der Unterschied liegt im Entwicklungsstadium der Pflanze.
Kapern sind die noch geschlossenen Blütenknospen, die vor dem Aufblühen geerntet werden. Sie sind klein (meist 4 bis 10 mm), fest und haben den intensiven, pikanten Geschmack, den die meisten kennen.
Kapernnüsschen dagegen sind die ausgewachsenen Früchte des Kapernstrauchs, die sich nach der Blüte bilden. Sie sind deutlich größer, haben einen langen Stiel und schmecken milder, leicht nussig. Im Inneren befinden sich kleine Kerne, die essbar sind. Kapernnüsschen werden seltener verwendet, hauptsächlich als Garnitur oder in Antipasti-Platten, weil ihr Geschmack weniger dominant ist.
Für die Küche gilt: Kapern sind das Würzmittel, Kapernnüsschen eher die dekorative Beilage. Nährwerttechnisch unterscheiden sie sich kaum, da beide ähnlich eingelegt werden. Kapernnüsschen haben durch ihren höheren Fruchtanteil einen minimal höheren Zuckergehalt.

Fazit: Sind Kapern gesund?
Kapern sind gesund, wenn man ihre Einsatzmenge realistisch betrachtet. Als Würzmittel verwendest du sie in kleinen Mengen, lieferst damit aber antioxidative Flavonoide wie Quercetin und Rutin sowie Vitamin K in einer Dichte, die viele andere Lebensmittel nicht erreichen. Kalorienmäßig fallen sie kaum ins Gewicht.
Das einzige, was Beachtung verdient, ist der Salzgehalt. Wer empfindlich auf Natrium reagiert oder eine stark salzarme Diät einhalten muss, sollte Kapern immer abspülen oder wässern. Für alle anderen sind Kapern ein alltagstaugliches, vielseitig einsetzbares Lebensmittel mit echtem Mehrwert in der Küche und im Ernährungsplan.
Kurz gesagt: Kapern können ein fester Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie ersetzen kein Gemüse, kein Vollkornprodukt und keine Hülsenfrucht, aber sie ergänzen Gerichte auf eine Art, die geschmacklich und gesundheitlich punktet. Wer weitere fermentierte oder eingelegte Lebensmittel kennenlernen möchte, die ähnlich konzentrierte Pflanzenstoffe liefern, findet im Artikel über blauen Tee und seine Wirkung interessante Parallelen bei der Wirkung von Antioxidantien.
FAQ
Kann ich täglich Kapern essen?
Ja, in üblichen Kochmengen von einem bis zwei Esslöffeln pro Gericht ist das für gesunde Menschen problemlos. Achte lediglich darauf, den Rest deines Tages nicht zu salzlastig zu gestalten. Menschen mit Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion sollten Kapern vorher abspülen.
Haben Kapern trotz Einlegen noch Nährstoffe?
Ja. Hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C gehen beim Einlegen teilweise verloren, aber die Flavonoide Quercetin und Rutin sowie Vitamin K bleiben weitgehend erhalten. Das macht Kapern auch eingelegt zu einem nährstoffreichen Würzmittel.
Sind Kapern für Low-Carb oder Keto geeignet?
Sehr gut sogar. Mit nur etwa 0,5 g verwertbaren Kohlenhydraten pro Esslöffel passen Kapern problemlos in eine ketogene oder kohlenhydratreduzierte Ernährung. Außerdem liefern sie Geschmack ohne nennenswertes Fett.
Warum werden Kapern manchmal bitter?
Frische, rohe Kapern enthalten Senföle, die bitter schmecken. Beim Einlegen in Salz oder Lake werden diese Stoffe teilweise abgebaut, was den charakteristischen Kapergeschmack ergibt. Wenn deine Kapern nach dem Öffnen des Glases merklich bitterer werden, kann das ein Zeichen sein, dass sie zu lange oder unsachgemäß gelagert wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Kapern in Salz und Kapern in Lake?
Salzkapern (in trockenem Meersalz eingelegt) gelten oft als aromatischer, weil das Salz Feuchtigkeit entzieht und die Aromastoffe konzentriert. Sie müssen vor der Verwendung immer gründlich gewässert werden. Lakekapern sind milder, direkt einsatzbereit nach kurzem Abspülen und in Deutschland die häufiger erhältliche Variante.
